Ratgeber

Kleiner Ratgeber zum Thema Auto und Rollstuhl.

Kleiner Ratgeber zum Thema Auto und Rollstuhl, Rollstuhlverladesysteme, Rollstuhl im Auto mitnehmen. Bevor Sie sich zum Kauf eines Autos oder Verladesystems entscheiden, hier noch einige Anregungen:

 

Sie verbringen viel Zeit im Auto. Dieses Auto ist wichtig, um Ziele zu erreichen, und sei es nur um zum Bäcker zu fahren. Nehmen Sie sich im Vorfeld Zeit, um Ihr Wunschauto Probe zu sitzen, vom Rollstuhl auf den Fahrersitz umzusetzen.

Geht es ohne Umsetzhilfe oder Rutschbrett? Ist es einfacher als im alten Auto? Geht der Kofferraumdeckel leicht oder schwer, muss er automatisiert werden? Welche elektronische Helfer sind ab Werk lieferbar? Lichtautomatik, Einparkhilfe etc.
Als Grundregel gilt:
Alles was der Autohersteller ab Werk anbietet ist gut und günstig. Eine elektrische Heckklappe ist beim Wiederverkauf als Originalzubehör zudem wertvoller als eine nachträgliche Lösung. Diese Planung wird einige Zeit erfordern.

Das Gute daran?
Unsere Verladehilfen LADEBOY und LADEBOY S2 eignen sich für nahezu alle Autos. Auch wenn Ihr Rollstuhl einen Elektroantrieb hat, wie e-fix und e-motion. Damit ist die größte Hürde auf dem Weg zum Traumauto schon gemeistert. Die Bedienung von Gas und Bremse mit der Hand ist ebenfalls in fast allen Fahrzeugen nachrüstbar.

Spätestens jetzt sollten Sie uns kontaktieren. Vor dem Autokauf! Erzählen Sie uns Ihre Wünsche und deren Priorität. Wieviel Sitzplätze brauchen Sie, was muss im Kofferraum transportiert werden? Kommt ein Handybike mit, oder ein zweiter Rollstuhl, das Modellflugzeug, die Hundebox? Es gibt viele unterschiedliche Wünsche.

Natürlich muss der Rollstuhl ins Auto eingeladen werden. Da jedes Auto andere Innenmaße hat, sind die maximal möglichen Rollstuhlmaße unterschiedlich. Wenn Sie den Rolli von Hand einladen und hierzu die Räder abnehmen, können Sie den Platzbedarf bereits im Autohaus ermitteln. Wird der Rollstuhl automatisch mit einer Ladehilfe eingeladen, müssen die Maße abgeglichen werden. In unseren Angeboten sind die maximalen Rollstuhlmaße immer angegeben. Wenn die Maße überschritten sind, gibt es mehrere Möglichkeiten.
In diesem Fall benötigen wir den genauen Rollstuhltyp und die Rollstuhlmaße. Ein Bild hilft ebenfalls. Dann können wir Ihnen Möglichkeiten aufzeigen. Wichtig ist, dass Sie informiert sind, was am Rollstuhl geändert wird. Und dass Sie uns informieren, wenn an Ihrem Rollstuhl Besonderheiten sind.

Auch wenn Sie den Einbau bei einem unserer Einbaupartner vornehmen werden, bitte sprechen Sie die Details trotzdem mit uns durch. Vor dem Kauf! Wir kennen die Rollstühle, die Änderungsmöglichkeiten. Nicht nur am Rollstuhl können Änderungen durchgeführt werden, auch am Verladesystem. Dieser Punkt wird oft übersehen. Unsere Verladehilfen sind Baukastensysteme. Je nach Pkw kommen unterschiedliche Geräte zum Einsatz. Damit können die meisten Rollstühle im Auto eingeladen werden (80:20 Regel). Werden die Maße überschritten, kann mit einem anderen Typ des Verladesystems eventuell ein Vorteil erzielt werden, ohne am Rolli zu ändern. Dies ist im Vorfeld zu klären, da sonst ein Verladesystem an den Händler geliefert wird, das diese Möglichkeit nicht bietet.

Es ist beim Verladen des Rollstuhls im Kofferraum gleich wie beim Einladen hinter dem Fahrersitz. Der Rollstuhl darf nicht größer sein als der Innenraum.

Über 1.000 verschiedene Autos wurden bisher von uns vermessen, damit LADEBOY, SCOOTERBOY oder LADEBOY S2 eingebaut werden können und der Rollstuhl transportiert werden kann. Hinzu kommen die oben erwähnten Sonderlösungen.

An einem leicht vorstellbarem Beispiel möchte ich es verdeutlichen:
Der Rollstuhl soll im Kofferraum eines Cabrio (Mercedes-Benz SL) eingeladen werden. Zudem muss der Rollstuhl einen Elektroantrieb haben. Der Kofferraum des Cabrio ist aber gerade mal 2 cm tiefer als das Rad des Rollstuhls: 64cm! Das bedeutet, das der Rollstuhl nicht nur faltbar, sondern auch klappbar und teleskopierbar sein muss. Der Kunde kann dies bewerkstelligen. Als Bluter darf er nur keine Kraft aufwenden. Und genau dieses Ziel haben wir für ihn erreicht: er kann jetzt ohne Kraftaufwand den Rollstuhl (mit Elektroantrieb e-fix) alleine einladen und ohne fremde Hilfe Auto fahren. Niemand muss ihm den Rollstuhl einladen und als Beifahrer mitfahren, um am Zielort den Rollstuhl aus- und einzuladen.
Diese Sonderlösung macht deutlich, dass es auch Lösungen jenseits der Normalität gibt.

Schauen Sie auch auf Youtube auf unserem Kanal (Rausch Technik) die unterschiedlichen Lösungen an. Es sind Videos mit Rollstuhl Verladesystemen. Hier sehen Sie verschiedene Einbaubeispiele, auch mit ungefalteten Rollstühlen. Auf Grund der Rollstuhlbreite eignen sich hier Autos mit serienmäßiger Schiebetür sehr gut. Leider haben diese Fahrzeuge in der Regel einen höheren Fahrersitz. Alles unterschiedlichste Fahrzeuge mit verschiedenen Rollstuhl-Ladehilfen.

Handbediengeräte, also die Bedienung von Gas und Bremse per Hand, sind meist schon durch den Erwerb des neuen Führerschein bekannt. Wenn Sie sich damit wohl fühlen, fragen Sie den Fahrlehrer nach dem Hersteller und dem genauen Typ. Sie können auch bei uns die verschiedenen Systeme testen und Probe fahren. In unseren Vorführautos sind die gängigsten Handbediengeräte bis hin zum Gasring eingebaut.

Bedienelemente für Blinker, Scheibenwischer, Licht, Hupe etc. gibt es von der einfachen Hebelverlegung bis hin zum Multifunktionsdrehknopf, also einem Lenkraddrehknopf mit Tasten für diese Funktionen. Wie oben bereits erwähnt: Was man serienmäßig beim Autohersteller kaufen kann, lohnt sich. Oft sind nur noch die Bedienung des Blinkers und der Hupe notwendig.
Bei einem Gasring ist das alles nicht erforderlich. Hier haben Sie ja beide Hände am Lenkrad.

So unterschiedlich wie die verschiedenen Pkw, so individuell sind Ihre Wünsche und Behinderungen.

Dieser kleine Ratgeber soll Ihnen Anregungen geben. Und er soll Ihnen aufzeigen, wie nützlich ein Telefonat mit uns sein kann. Lassen Sie sich beraten, gemeinsam Ihre Lösung finden.
Ich garantiere Ihnen, Sie werden Neues erfahren.

lm Einzelfall:
Die Fördergemeinschaft hilft

Wir leben in einem Sozialstaat. Das erscheint manchen, die persönlich von
Kürzungen betroffen sind, zynisch, aber es ist immer noch die Wahrheit, vor
allem verglichen mit dem Standard in ärmeren Ländern. Und doch fallen einige durchs Netz. Querschnittgelähmte Menschen z.B., die nicht oder nicht mehr arbeiten, finden oft keine Hilfe, wenn sie ihre Mobilität aufrecht erhalten wollen oder auch einmal einen bescheidenen Urlaub verbringen wollen.
Wer hilft, wenn das Integrationsamt nicht zu ständig ist und auch alle anderen Träger abwinken? Das kann u.U. die FGQ sein, denn die wichtigste Aufgabe dieses laut Satzung „mildtätigen“ (eine gesetzlich definierte Steigerung von gemeinnützig) Vereins besteht vor allem in der Einzelfallhilfe. In Not geratene Menschen, oft erst vor kurzem von Querschnittlähmung getroffen, wenden sich an die Zentrale in Mölsheim und bitten um Hilfe.
Manchmal geht es um die Existenz einer ganzen Familie: Ein junger Mann hat während eines Urlaubs einen Autounfall und bricht sich einen Halswirbel. Nicht nur, dass die Angehörigen wochenlang um sein Leben bangen. Schließlich kann sein Rücktransport in heimatliche Gefilde organisiert werden. Doch damit haben die Sorgen erst angefangen. Mangelhafte Auslandskrankenversicherung gehört zu den am häufigsten zu findenden Lücken im sozialen Netz. Für die höheren fünfstelligen Kosten des Rücktransportes ist niemand zuständig. Und in diesem wie in vielen anderen Fällen liegt auch die Zukunft des jungen zukünftigen Rollstuhlfahrers für die betroffene Familie im Dunkeln: Wer soll ihn pflegen? Wo kann er wohnen?
Häufig geht es darum, die Unterkunft zu retten. In einem Fall regnet es durchs Dach, die Heizung ist defekt, das Öl zur Neige gegangen, der querschnittgelähmte Hausherr ernsthaft erkrankt und pleite. FGQ-Soforthilfe: Dach- und Brennerreparatur, Heizkostenzuschuss. Manchmal mischt sich der Verein zugunsten seiner Klientel ein: Ein junger Mann, auf die Pflege seiner Mutter angewiesen, wohnt jahrelang unter unzumutbaren Umständen in einem abbruchreifen Haus. Die mittellosen Leute will erst keiner haben, aber mit Hilfe der FGQ wird eine neue, bessere Wohnung in einer anderen Gemeinde gefunden.

 

Auswege
Überhaupt ist eine finanzielle Notlage für einen behinderten Menschen oft viel folgenreicher: Zu niedrige Temperaturen, mangelhafte Ernährung, überhaupt ein Leben mit den Erschwernissen der Armut, kann für die„Restgesundheit“ böse Folgen haben. Die Ämter sind da oft überfordert, die Einzelfallhilfe der FGQ oft der letzte Ausweg. Gelegentlich sind die Hilfen auch unkonventionell:
Eine querschnittgelähmte junge Frau lebt allein, kommt nur mühsam über die Runden. Die FGQ finanziert auf Antrag teilweise die Anschaffung eines ausgebildeten Behindertenbegleithundes. Der Vierbeiner kann herunter gefallene Handys aufheben, Türen öffnen und im Notfall Hilfe her- beiholen. Außerdem ist er ein verlässlicher und treuer Begleiter in allen Lebenslagen und verhilft seiner Halterin zu zusätzlichen sozialen Kontakten. Notwendige Hilfe kann die FGQ schnell beschließen: Eine E-Mail-Vorlage geht von der Mölsheimer Zentrale an die fünf anderen Vorstandsmitglieder (Kassenwart Franz Kniel ist vor Ort). Nach einem mehrheitlichen (oft einstimmigen) Beschluss kann die ersehnte Hilfe schnell überwiesen werden. Meist sind die Anträge zwar auch dringend, jedoch nicht ganz so dramatisch:
Eine Rollstuhlfahrerin wünscht sich nach Jahren wieder einen Urlaub. Als Sozialhilfeempfängerin kann sie sich den jedoch nicht leisten, staatliche Stellen und Krankenkassen winken ab. Die FGQ prüft ihre Einkommensverhältnisse und gibt ihr einen maßgeblichen Zuschuss für die dringend notwendige Erholung. Die FGQ besitzt ein kleines Ferienhäuschen in Österreich, das auch nicht bedürftigen Mitgliedern sehr günstig zur Verfügung gestellt werden kann. Alltäglich sind die Anfragen von Betroffenen und Angehörigen, die lediglich einen sachkundigen Rat brauchen. Hier sorgt das internet (www.fgq.de) oder z.B. diese Broschüre für den Kontakt zwischen Ratsuchenden und Fördergemeinschaft.
Die Fragen sind immer dieselben und beziehen sich auf den Lebenslauf der behinderten Menschen: Welcher Rechtsbeistand hilft mir beim Streit mit der Versicherung, die meine Querschnittlähmung als Unfallfolge nicht anerkennen will? Gibt es eine Klinik / eine Kureinrichtung, die auf meine Behinderung eingestellt ist? Wie kann ich mein Haus umbauen, gibt es spezialisierte Architekten und Zuschüsse? Wo finde ich qualifizierte Pflege, zu Hause oder im Heim? Welche Ausbildung oder Umschulung kommt für mich in Frage? Wohin kann ich in Urlaub fahren? Bestehende Aufgabe in Mölsheim ist man keineswegs allwissend. Auch hat die Fördergemeinschaft keine Experten, die alle Fragen sofort beantworten können. Was sie hat, ist ein funktionierendes Netzwerk. Das reicht vom Vorsitzenden Prof. Hans Jürgen Gerner, den übrigen (sämtlich selbst querschnittgelähmten) Vorstandsmitgliedern mit ihrer Berufs- und Lebenserfahrung über die Arbeitsgemeinschaften (AG) bis zu den Beratern, Ansprechpartnern, Stützpunkten und Kontaktstellen in ganz Deutschland. Die Qualität der Beratung ist natürlich von Menschen abhängig.
Die Bandbreite der Ratgeber reicht von Fachmedizinern über Sozialarbeiter bis zu erfahrenen Betroffenen, die nach Überzeugung der Fördergemeinschaft eine besondere Qualifikation haben, querschnittgelähmten Ratsuchenden oder ihren Angehörigen einen Weg zu weisen. (Siehe hierzu die Übersicht gegen Ende dieser Broschüre.) lm Sozialstaat Deutschland mit seinem trotz allem immer noch vergleichsweise gut funktionierenden Gesundheitssystem gibt es nach wie vor viel zu tun. Die soziale Aufgabe des organisch gewachsenen Vereins bleibt also bestehen. Zwar hat sich das Bild behinderter Menschen in der Öffentlichkeit durch Behindertensportübertragungen und viele kleine Auftritte Betroffener in TV-Shows etwas gewandelt, aber querschnittgelähmte Menschen in einer Notlage gibt es immer noch.

Quelle: FGQ-info 2013/2014

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